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FORTBILDUNG · STUDIEN DER WOCHE

Physio-Studien vom 15. Oktober 2026

Veröffentlicht

Vier neue Studien zu Manueller Therapie, Elektrostimulation nach Schlaganfall und Training bei Parkinson. Alle sind klein oder von niedriger Sicherheit; sie liefern Hinweise, keine Regeln.

Die Studien im Einzelnen

Manuelle Therapie

Was zeigt eine Studie zur myofaszialen Release-Technik bei zervikogenem Kopfschmerz?

In einer randomisierten Studie mit 81 Personen mit zervikogenem Kopfschmerz schnitten myofasziale Release-Technik und Kinesio-Taping, jeweils mit Heimübungen, nach vier Wochen besser ab als Heimübungen allein. Zwischen Release-Technik und Kinesio-Taping fand die Studie keinen signifikanten Unterschied.

Wer81 Personen mit zervikogenem Kopfschmerz, je 27 pro Gruppe
WasVier Wochen myofasziale Release-Technik plus Heimübungen, Kinesio-Taping plus Heimübungen oder nur Heimübungen
Art der StudieRandomisierte kontrollierte Studie mit drei Gruppen, Nachuntersuchung nach einem Monat
Wie belastbarWenig belastbar: Nur 27 Personen je Gruppe aus einer Klinik und nur ein Monat Nachbeobachtung. Der Abstract nennt für den Gruppenvergleich keine Effektgrößen.

Für die Praxis: Die Studie misst Schmerz, Kopfschmerzfolgen, Lebensqualität und Kopfschmerzhäufigkeit; bei der Kopfschmerz-Beeinträchtigung (HDI) hielt die Verbesserung in der Release-Gruppe bis zur Nachuntersuchung nach einem Monat, in der Taping-Gruppe nur direkt nach der Behandlung. Über einen Monat hinaus liefert sie keine Ergebnisse.

Quelle: Çağlayan Ağır F, Çöklü Ş, Karpuz S, et al. Comparison of kinesio taping and myofascial release therapy in cervicogenic headache: a randomized controlled trial.. Disability and Rehabilitation, 8. Oktober 2026. PubMed 42847565 · DOI · Mehr bei KiHire: Manuelle Therapie

Manuelle Therapie

Verändert eine einzelne Wirbelsäulenmanipulation das Heben bei chronischen Rückenschmerzen?

In einer Crossover-Studie mit 50 Personen mit chronischen unspezifischen Rückenschmerzen veränderte sich die Hebeleistung nach Wirbelsäulenmanipulation, Übungstherapie oder offen gegebenem Placebo insgesamt nur wenig. Am primären Endpunkt fand die Studie keinen signifikanten Unterschied zwischen den drei Interventionen.

Wer50 Personen mit chronischen unspezifischen Rückenschmerzen
WasWirbelsäulenmanipulation, Übungstherapie und offen gegebenes Placebo in zufälliger Reihenfolge in einer einzigen Laborsitzung, Heben leichter und schwerer Lasten vorher und nachher mit 3D-Bewegungsanalyse
Art der StudieRandomisierte Crossover-Studie im Bewegungslabor
Wie belastbarWenig belastbar: Eine einzige Sitzung, gemessen wurden nur Sofort-Effekte. Die Veränderungen nach der Manipulation sind Veränderungen innerhalb der Gruppe, kein Vorteil gegenüber den anderen Interventionen.

Für die Praxis: Die Studie misst nach der Manipulation innerhalb der Gruppe eine veränderte Rumpf-Becken-Bewegung beim Heben und weniger Schmerz. Ob das über die Sitzung hinaus anhält, zeigt sie nicht, und die Einschätzung der Teilnehmenden passte nicht durchgehend zu den gemessenen Bewegungen.

Quelle: Borg F, Gedin F, Franzén E, Grooten WJA. Immediate effects of spinal manipulation, exercise therapy, and open-label placebo on lifting performance and pain in individuals with chronic non-specific back pain: a motion laboratory-based crossover randomized controlled trial.. Chiropractic & Manual Therapies, 14. Oktober 2026. PubMed 42875790 · DOI · Mehr bei KiHire: Manuelle Therapie

Neuro Erwachsene

Was zeigt eine Studie zu zwei Formen der Elektrostimulation für Arm und Hand nach Schlaganfall?

In einer randomisierten Studie mit 60 Erwachsenen 6 bis 18 Monate nach Schlaganfall verbesserte sich die Armfunktion im Action Research Arm Test mit sensorischer oder EMG-gesteuerter Elektrostimulation plus Physiotherapie stärker als mit Physiotherapie allein. Zwischen den beiden Stimulationsformen fand die Studie beim Hauptzielkriterium keinen signifikanten Unterschied.

Wer60 Erwachsene von 45 bis 65 Jahren, 6 bis 18 Monate nach Schlaganfall, je 20 pro Gruppe
WasZwölf Wochen sensorische Elektrostimulation oder wechselnde EMG-gesteuerte Elektrostimulation, jeweils mit konventioneller Physiotherapie, versus konventionelle Physiotherapie allein
Art der StudieRandomisierte kontrollierte Studie mit drei Gruppen und verblindeter Ergebniserhebung
Wie belastbarWenig belastbar: Nur 20 Personen je Gruppe im Alter von 45 bis 65 Jahren. Der Abstract berichtet nur Ergebnisse direkt nach den zwölf Wochen.

Für die Praxis: Gegenüber der Kontrollgruppe lag der bereinigte Zugewinn im ARAT bei 12,05 Punkten mit sensorischer und 12,44 Punkten mit EMG-gesteuerter Stimulation (beide p < 0,001). Ob der Unterschied anhält und welche Stimulationsform für wen passt, untersucht die Studie nicht.

Quelle: Habib DAA, Emam M, Elsayed A, et al. Efficacy of Sensory Electrical Stimulation Versus Alternating Electromyography-Guided Electrical Stimulation on Functional Recovery of the Hand in Chronic Stroke: A Randomized Controlled Trial.. NeuroRehabilitation, 14. Oktober 2026. PubMed 42873553 · DOI · Mehr bei KiHire: KG-ZNS nach Bobath, Vojta und PNF

Neuro Erwachsene

Was zeigt eine Netzwerk-Metaanalyse zu Trainingsform und Trainingsmenge bei Parkinson?

Eine Netzwerk-Metaanalyse aus 173 randomisierten Studien fand bei Parkinson für Mind-Body-Training den größten geschätzten Effekt auf die motorischen Symptome im Vergleich mit keinem Training. Mehr geplantes wöchentliches Training ging auf Studienebene mit etwas größeren mittleren Verbesserungen bei Motorik, Gleichgewicht und Timed Up and Go einher, nicht aber bei der Gehgeschwindigkeit.

WerMenschen mit Parkinson aus 173 randomisierten Studien
WasVerschiedene Trainingsformen und die geplante wöchentliche Trainingsmenge im Vergleich mit keinem Training
Art der StudieSystematisches Review mit Bayes'scher Netzwerk-Metaanalyse und Metaregression
Wie belastbarWenig belastbar: Die Autoren stufen das Vertrauen in die Ergebnisse als niedrig oder sehr niedrig ein. Alle Vorhersageintervalle der Trainingsformen gegenüber der Kontrolle schlossen null ein.

Für die Praxis: Für Mind-Body-Training lag der Effekt auf die motorischen Symptome (UPDRS III) bei g = 0,65 (95-%-Glaubwürdigkeitsintervall 0,42 bis 0,87). Eine beste Trainingsform, eine optimale Dosis oder ein Ziel für einzelne Personen belegt die Auswertung nach eigener Aussage nicht.

Quelle: Wang L, Wang H, Hong F, Wan Z. Exercise modality and planned weekly exercise exposure for motor outcomes in Parkinson's disease: a systematic review, Bayesian network meta-analysis, and meta-regression.. Journal of Neurology, 10. Oktober 2026. PubMed 42859236 · DOI · Mehr bei KiHire: KG-ZNS nach Bobath, Vojta und PNF

Unsere PubMed-Suche nach neu eingetragenen Arbeiten zu Bobath, Vojta oder „neurodevelopmental treatment“ vom 8. bis 15. Oktober 2026 ergab einen Treffer: eine Vorher-nachher-Studie ohne Vergleichsgruppe zu Vojta bei Kindern nach einer Operation am Enddarm. Sie betrifft keine neurologische Erkrankung und steht deshalb nicht in dieser Ausgabe.

So prüfen wir

Eine KI sucht jede Woche nach neuen Studien und entwirft die Texte. Wir prüfen jede Angabe an der Quelle und nehmen nur auf, was dort steht. Dazu suchen wir selbst in PubMed. Jede Ausgabe gibt Torsten Schollmayer frei und verantwortet sie. Zuletzt geprüft am 15. Oktober 2026.

Unsere eigene Suche lief über alles, was vom 8. Oktober 2026 bis 15. Oktober 2026 in PubMed neu eingetragen wurde und im Titel oder in der Zusammenfassung Bobath, Vojta oder „neurodevelopmental treatment“ nennt. Zu anderen Themen stützen wir uns auf die Studien, die die KI gefunden hat.

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